„Fitness mit Kind und Kinderwagen“ will junge Mütter zum Sportprogramm motivieren „Das hört ja gar nicht mehr auf“, wundern sich zwei Parkbesucher am Mahnmal. Muttis mit Kinderwagen traben an ihnen vorbei, die Kleinen sind warm eingepackt, während es den Mamas richtig heiß wird. Fitness mit Kind und Kinderwagen, abgekürzt KiWaFit, heißt das einstündige Sportprogramm, das es neuerdings auch in Aalen gibt. Sandra Fischer Aalen. Zwar gebe es in Aalen keine so schönen großen Parks wie etwa in Stuttgart, aber Bänke und Treppen hat es hier auf der Grünfläche zwischen Stadthalle und Hüttfeld allemal, findet Trainerin Rebecca Lankeit. Immer wieder ruft sie beim Laufen durch den Park „Stopp“ und leitet die fünf Mütter zu Übungen für Brustmuskulatur und Arme an. Mal wird das dehnbare Trainingsgerät „Body Tube“ zur Hand genommen oder Tischtennisplatte und Bank dienen als Körperstütze. Alle Übungen gibt es in Nähe des Kinderwagens, der beim Laufen durch den Park geschoben wird oder in der Nähe der „Workout-Station“ platziert wird. Rebecca Lankeit war regelmäßig auf Jogging-Pfaden unterwegs, bevor ihre kleine Fiona auf die Welt kam. „Ich saß etwas frustriert zuhause und habe gegoogelt“, suchte sie sportliche Inspiration im Internet. Dort stieß sie auf KiWaFit, welches die damals in Stuttgart lebende Verena Perron nach Deutschland gebracht hatte. Bei ihr erwarb die Aalenerin Rebecca Lankeit das KiWaFit-Zertifikat, um dieses Outdoor-Sportprogramm für Mütter ganz offiziell ausüben zu dürfen. Die Mamas finden es ganz praktisch, etwas für ihre Figur zu tun und ihre Kleinen dabei zu haben. „Die frische Luft ist gut für mein Kind und mich“, findet Aysel Altuncu, während ihr Kerem schon nach wenigen Minuten Fitnesstraining sanft schlummert. David ist mit seinen zweieinhalb Jahren schon der Große unter den Kleinen und lässt sich kaum etwas entgehen. „Dass man dabei so ins Schwitzen kommt, hätte ich nicht gedacht“, meint indessen seine Mama Mirjam Henle. Sie hatte auch schon ihren Großen mit fünf Jahren dabei, der dann einfach mit der Gruppe mitgelaufen sei, erzählt sie. „Ich habe mein Kind dabei und brauche keinen Babysitter, um Sport zu machen“, empfindet Claudia Stippler als großen Vorteil des Sportprogramms in der Gemeinschaft. „Merkt ihr schon etwas?“, fragt Rebecca Lankeit immer wieder bei den Workouts nach. „Oh ja“, antworten die Frauen. „Die Gruppe zieht einen bei den Übungen mit“, findet Aysel Altuncu. Und dies möglichst mit einem Lächeln auf dem Gesicht: Immer wieder wird ein Kinderlied angestimmt, um auch die Kleinen bei Laune zu halten und ihnen vielfältige Eindrücke zu verschaffen. Ist es bei den Kleinen aus mit der Ruhe, können sie wie die kleine Giulia von Daniela Gorus aus dem Wagen genommen und in die Bewegung integriert oder auch mal mit einem Fläschchen umsorgt werden. Und wenn der Winter kommt? „Ich hoffe, dass die Wege hier lange befahrbar sind“, sagt Rebecca Lankeit. „Ob wir zum Spaziergehen oder Sporttreiben raus gehen ist ja letztendlich egal. Raus sollte jede Mutter mit ihrem Kind“, weiß sie. Trotzdem ist sie gerade dabei, den Indoor-Trainerschein zu erwerben, um bei widrigen Witterungsverhältnissen in ein Sportstudio ausweichen zu können. Kontakt zu KiWaFit und Rebecca Lankeit gibt es über www.kiwafit.de. © Schwäbische Post 18.10.2011
KiWaFit in der Schwäbischen Post